Vermittlung

Brutus wurde entgegen der vertraglichen Verpflichtung, dass im Falle beabsichtigter Eigentumsübertragung wir als Züchter mit der Vermittlung zu beauftragen sind, von seinem Besitzer in ein Tierheim übereignet. Auch wurde uns nicht, wie im Kaufvertrag festgelegt, das Vorkaufsrecht eingeräumt.
Dadurch wurden für uns zunächst rechtlich erhebliche Schwierigkeiten verursacht, um mit dem neuen Eigentümer dem Tierheim in Verbindung zu treten und Brutus schnellstens aus dem Tierheim zu uns zu holen bzw. in ein geeignetes neues Zuhause weiterzuvermitteln.

Brutus von der Wolfsranch

Nach intensiven Gesprächen und rechtsanwaltlicher Unterstützung konnten wir schließlich alle Ungereimtheiten bezüglich der Übereignung von Brutus durch den Vorbesitzer an das Tierheim klären und ihn nach 2 Wochen Tierheimaufenthalt wenigstens erstmal zur Pflege zu uns holen, um ihm weiteren Stress zu ersparen. Auslöser war auch, dass vermeintlich passende Interessenten, welche bereits zwei Tage Brutus im Tierheim besuchten und ausführten, von ihm nicht akzeptiert wurden und sich die Vermittlung für das Tierheim als doch recht schwierig erweisen würde.

So konnten wir Brutus nach einer weiteren Woche vorerst als Besitzer übernehmen, um ihn optimal und ohne Zeitdruck in geeignete Hände vermitteln zu können. Knackpunkt ist dabei der Tierabgabevertrag den wir dadurch notgedrungen und gegen eine Spende von 100€ unterzeichnen mußten. In diesem behält sich auch das Tierheim für ein Jahr das Eigentum an Brutus vor und falls ein geeigneter Besitzer von uns für Brutus gefunden wird, darf dieser nur wieder über das Tierheim mit diesem Tierabgabevertrag und eine Spende an das Tierheim übernommen werden. Auch darf Brutus auf Lebenszeit nur an das Tierheim zurückgegeben werden.
Mir stößt diese lebenslange Abgabepraktik des Tierheims sauer auf, denn das würde für Brutus bedeuten, im Falle einer Rückgabe statt zu uns, wieder ins Tierheim zurück zu müssen. Und das kann es ja bei aller Spendensammlerei vom Tierheim nicht sein und hat in unserem Fall sehr wenig mit Tierschutz zu tun.

Brutus von der Wolfsranch

geb. 11. 03. 2004, männlich
Zuchtbuchnummer: VDH 04/116 0137

Brutus von der Wolfsranch
Ausstellungen
viel versprechend 9. Spezialzuchtschau für TWH - Philipsreut
Richter: Sona Bognárová (SK)
Deutschland - 25/9/2004
vorzüglich 10. VDH-Spezialzuchtschau für TWH - Herxheim bei Landau
Richter: Oskar Dóra (SK)
Deutschland - 24/9/2005
vorzüglich
Bester Rüde
VDH-Spezialzuchtschau für TWH - Grünberg
Richter: O. Dóra (SK)
Deutschland - 26/5/2007
sehr gut VDH-Spezialzuchtschau für TWH - Trusetal
Richter: O. Dóra (SK)
Deutschland - 06/09/2008

HD-Auswertung: C1
Körcode: A67 E3 Og R1 / P3 (sehr gut)

Brutus von der Wolfsranch

Durch die Abgabe ins Tierheim war Brutus dort etwas durch den Wind. Hat sich aber nicht anders verhalten als es wahrscheinlich unsere 4 eigenen Tschechoslowakischen Wolfshunde in dieser Situation dort auch tun würden. Wie von unseren eigenen TWHs nicht anders gewohnt, hat er sich "tierisch" gefreut als ich ihn begrüßte und wollte nichts lieber als nur mit mir mitgehen. Nach der Heimfahrt gab ich ihm erst einmal die Gelegenheit seinen angestauten Bewegungsdrang bei einem Spaziergang freien Lauf zu lassen.

Brutus braucht keinen speziellen Hundeausbilder oder -trainer und dergleichen. Er braucht einfach jemanden der Hunde verstehen (lesen) und mit ihm kommunizieren kann, der ihn auch physisch und psychisch auslasten kann, ohne ständig auf ihn Druck ausüben zu müssen und der ihn auch einfach einmal nur Hund sein lassen kann.

Aufgewachsen ist er zusammen mit einer älteren TWHündin abseits von Stadtrummel in waldreicher Gegend und hat sowohl im Haus als auch auf dem Grundstück gelebt. Er ist es aber gewohnt im Haus zu schlafen und kennt dort kein Alleinbleiben. Was er gerne macht ist im Auto überallhin mitzufahren, natürlich in einer stabilen Hundebox. So bleibt er dort auch schon einmal 1-2 Stunden allein, wenn es anschließend einen kleinen Spaziergang gibt.

Seit dem ich ihn abgeholt habe, macht er bei uns kaum Probleme, hört besser als unsere eigenen Hunde und ist auch manchmal verschmust. Die größeren Probleme die es nach Erzählung im Vorfeld gab, kann ich mir eigentlich nur durch Umgangs- und Verständnisfehler erklären.

Zur Zeit ist er mit seiner Mutter Ciara und seiner Schwester Bluebell in einem Rudel zusammen. Mit unserem Rüden geht es natürlich gar nicht zusammen, und überhaupt reagiert er bei der Begegnung mit anderen Rüden überaus aggressiv. Das ist zwar bei vielen Tschechoslowakischen Wolfshunden in ausgewachsenen Alter oft der Fall, aber bei Brutus geht das über das normale Maß hinaus und kann zur Übersprungshandlung durch Umsichschnappen führen. Deshalb kann er keinesfalls zu einem Rüden abgegeben werden und der neue Besitzer sollte bei der Begegnung von Brutus mit anderen Rüden sehr erfahren und besonnen reagieren können, dabei ist es von Vorteil, wenn man auch dementsprechend kräftig genug ist.

Da Brutus in wildreicher Gegend aufwuchs, ist er schon dem einen oder anderen Wild nachgejagt. Fremden Menschen begegnet er beim Spazierengehen ruhig, solange sie ihn nicht bedrängen und ihn in Ruhe lassen. Da er keine Kinder gewöhnt ist, kann er fallweise höchstens in Familien mit schon älteren Jugendlichen vermittelt werden, die sich aber mit Hundeverhalten sehr gut auskennen sollten. Aufgrund seines Temperaments, seiner Dominanz und seines übersteigerten aggressiven Verhaltens gegenüber anderen Rüden, ist Brutus für Personen nahe des Ruhestands weniger geeignet.

Brutus hat die Begleithundprüfung bestanden und Fährtenarbeit wurde mit ihm geübt. Teilweise wurde mit ihm auch im Schutzdienst gearbeitet, wurde aber abgebrochen als man merkte, dass er auch im Alltag anfing auf Drucksituationen mit Agression zu reagieren. Deshalb wird er nur in sehr erfahrene Hände abgegeben!

Ansprechpartner:
Kontakt zur Wolfsranch